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Mitgliederversammlung des Vereins Wir DABEI!

Am 20. Mai 2026 fand die diesjährige Mitgliederversammlung des Vereins Wir DABEI! statt. Petra Doering begrüßte zunächst die anwesenden Mitglieder sowie die Gäste und bedankte sich beim Volks Chor Birkenau für die Zurverfügungstellung der Räumlichkeiten.

 

Nach einem Rückblick auf die zahlreichen Termine im vergangenen Jahr leitete sie über zu einem besonderen Moment der Versammlung: Petra Doering richtete ihren Dank an Petra Thaidigsmann, die nicht erneut für den „Vorstand Beratung“ kandidierte. Sie hatte im Rahmen dieses Amtes, das sie seit 2018 innehatte, maßgeblich die EUTB® Bergstraße-Odenwald aufgebaut und geprägt. Bereits im Juli 2025 übergab sie die Leitung der EUTB® an ihren bisherigen Stellvertreter Henning Knapheide – ein Übergang, der bewusst strukturiert und ohne Reibungsverluste gestaltet wurde. Bis zu ihrem endgültigen Ausscheiden im September 2026 bleibt sie der Beratung noch verbunden. Sie dankte Petra Thaidigsmann für ihren langjährigen Einsatz, ihre große Fachkompetenz und ihr außergewöhnliches persönliches Engagement.

 

Mit ihr legten auch Helmut Landerer und Milla Helbig ihre Ämter als Beisitzer nieder. Petra Doering bedankte sich bei allen drei für ihre Unterstützung und überreichte den beiden anwesenden Personen einen Blumenstrauß. Anschließend ging noch ein weiterer Dank, verbunden mit einem Präsent, für ihre Flexibilität, Verlässlichkeit und ihr großes Engagement an die beiden Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle Tina Luhn und Heike Klemm.

 

Durch das gezielte Engagement von Petra Thaidigsmann und Henning Knapheide in der Akquise konnte der Verein einen wichtigen Erfolg verbuchen: Die Zahl der ehrenamtlichen Beraterinnen stieg von vier auf neun. Damit steht den Ratsuchenden heute ein deutlich breiteres Spektrum an Erfahrungswissen zur Verfügung, was eine noch lebensnähere und individuellere Unterstützung ermöglicht. Mit Ruth Beyer, die sich bisher ehrenamtlich engagiert, übernimmt eine erfahrene Beraterin ab Juli 2026 auch hauptamtliche Aufgaben in der EUTB®.

 

Eine große Herausforderung stellt derzeit der IT-Bereich des Vereins dar: Die gesamte IT-Struktur muss neu aufgebaut werden, während gleichzeitig durch den Wegfall von Förderungen die Kosten erheblich gestiegen sind. Hier wurde wieder einmal dringend um langfristige Hilfe von fachkundiger Seite gebeten.

 

Leider tagte die Kreisteilhabekommission seit Ende 2023 nicht mehr. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich der Verein intensiv dafür eingesetzt, die Einrichtung eines Behindertenbeirats im Kreis Bergstraße weiter voranzubringen. Aufgrund der anstehenden Kommunalwahlen wurde diesem Anliegen jedoch zunächst nicht entsprochen. Sobald die neuen Gremien ihre Arbeit aufgenommen haben, wird Wir DABEI! das Thema erneut aktiv aufgreifen. Ein entsprechendes Schreiben an den Landrat, die Fraktionen sowie die Kreisbeigeordneten fand breite Unterstützung: Zahlreiche Netzwerkpartner haben die Initiative mit ihrer Mitzeichnung bekräftigt. Ziel bleibt es, eine starke und verlässliche Interessenvertretung für Menschen mit Behinderung im Kreis zu etablieren.

 

Weiter griff Petra Doering das Thema der aktuellen bundesweiten Haushaltsdebatte auf. Hier werden mögliche Kürzungen in der Eingliederungshilfe diskutiert. Fachverbände warnen vor erheblichen Folgen: weniger Leistungen, längere Verfahren und eine weitere Überlastung der ohnehin angespannten Strukturen. Für Menschen mit Behinderung würde das spürbare Einschränkungen bei Assistenz, Teilhabe und Selbstbestimmung bedeuten. Daher fordern wir eine verlässliche Finanzierung statt weiterer Einsparungen und rufen dazu auf, sich politisch einzubringen.

 

Zudem fand im März ein Austausch mit dem Antidiskriminierungsnetzwerk Hessen statt, bei dem deutlich wurde, wie groß die strukturellen und bürokratischen Hürden im Alltag sind – von langen Verwaltungsverfahren bis fehlender Barrierefreiheit. Diese Belastungen betreffen auch die Familienmitglieder erheblich. Gemeinsam ist daher eine Awareness-Aktion geplant, um die Situation sichtbar zu machen und politischen Druck aufzubauen.

 

Tina Luhn berichtete anschließend mit spürbarer Leidenschaft über das inklusive Musikprojekt, das sie mit großem Engagement leitet. Sie schilderte die Entwicklung von der Idee über das erste Treffen mit Interessierten, die diversen Workshops, bis hin zur gelungenen Abschlussveranstaltung am 6. Dezember 2025. Das Projekt habe sich inzwischen über ein Musikprojekt hinaus zu einem umfassenden inklusiven Angebot entwickelt, aus welchem auch echte Freundschaften entstanden sind und das künftig um Kreativ-, Koch- und Kinotage erweitert werden soll. Es gibt vielfältige Ideen und jeder ist gerne Willkommen dabei zu sein! Der Chor wird natürlich weiterhin bestehen bleiben.

 

Petra Thaidigsmann berichtete danach, noch sichtlich von den Dankesworten an sie gerührt, über die mannigfaltigen Aufgaben der EUTB® und die Herausforderungen und die Hürden, die die tägliche Arbeit mit sich bringt. Sie lobte ihr hervorragendes Team und bedankte sich auch bei ihrem früheren Stellvertreter und nunmehrigen Nachfolger Henning Knapheide und dem Vorstand des Vereins für die gute Zusammenarbeit. Auch vergangene und geplante Aktionen wurden ausführlich präsentiert.

Alexandra Christmann, Vorstand Seminare und Trainingsangebote, gab anschließend einen Einblick in die vergangenen und bevorstehenden „Yes, we can!“‑Seminare und Kurzvorträge, die von Nora Meister – inzwischen aus der Elternzeit zurückgekehrt – durchgeführt wurden und weiterhin angeboten werden.

 

Frau Meister hat im März wieder mit den einstündigen Trainings begonnen, die freitags und samstags stattfinden. Für mehrere Termine sind noch Plätze frei, und auch das nächste zweitägige Seminar am 19. und 20. September 2026 bietet weiterhin Anmeldemöglichkeiten.

 

Darüber hinaus soll nun endlich auch das lang geplante Online‑Angebot der „Yes, we can!“-Reihe fertiggestellt werden, um künftig noch mehr Menschen den Zugang zu den Inhalten zu ermöglichen.

 

Im Anschluss berichtete Katja Krohn, Vorstand Finanzen, über die wirtschaftliche Entwicklung des vergangenen Jahres. Der Verein blickt dabei auf ein anspruchsvolles Geschäftsjahr zurück: Den Einnahmen von rund 318.700 Euro standen Ausgaben in Höhe von etwa 338.900 Euro gegenüber. Das daraus entstandene Defizit ist vor allem auf gestiegene Personal- und Projektkosten zurückzuführen – insbesondere auf das umfangreiche inklusive Musikprojekt, das viele Ressourcen gebunden hat.

 

Auch das erste Quartal 2026 setzt diese Entwicklung fort. Bei Einnahmen von rund 66.800 Euro und Ausgaben von etwa 70.600 Euro verzeichnete der Verein erneut ein leichtes Minus.

 

Positiv hervorzuheben sind die stabilen Zuschüsse, allen voran für die EUTB, sowie ein deutlich gestiegenes Spendenaufkommen im Vergleich zum Vorjahr. Diese Entwicklung zeigt, dass die Arbeit des Vereins weiterhin breite Unterstützung erfährt. Gleichzeitig wird es notwendig sein, die Spendenakquise weiter auszubauen, um langfristig mehr finanzielle Stabilität zu erreichen und zentrale Projekte dauerhaft sichern zu können.

 

Nach den Berichten des Vorstands folgte der Prüfbericht der Revisorinnen Tina Luhn und Britta Hoffmann. Sie bestätigten eine ordnungsgemäße Kassenführung, woraufhin die Mitgliederversammlung den Vorstand einstimmig entlastete.

 

Im Anschluss stand die turnusmäßige Vorstandswahl an. Dabei kam es zu größeren Veränderungen, da drei bisherige Vorstandsmitglieder nicht erneut kandidierten. Trotz dieser personellen Umbrüche konnten alle vakanten Positionen neu besetzt werden. Lediglich der bereits zuvor unbesetzte Bereich Veranstaltungen bleibt weiterhin vakant. 

 

Der Vorstand setzt sich nun wie folgt zusammen:

  • Vorstand Verwaltung: Petra Doering

  • Vorstand Finanzen: Katja Krohn

  • Vorstand Seminare und Trainingsangebote: Alexandra Christmann

  • Vorstand Beratung: Tatjana Pfeifer

Erweiterter Vorstand: Christiane Freitag, Simone Klein, Simone Mayer und Renate Wagener

 

Als Revisorinnen wurden Britta Hoffmann und Christina Luhn – ebenso wie der Vorstand – einstimmig wiedergewählt.

 

In ihrem abschließenden Fazit betonte Petra Doering die große Bedeutung des engagierten Teams und der zahlreichen Ehrenamtlichen. Trotz der personellen Veränderungen im Vorstand, die auch wertvolles Know-how mit sich gehen lassen, blickt der Verein zuversichtlich in die Zukunft. 

 

Der neu zusammengesetzte Vorstand biete die Chance, frische Impulse zu setzen und wichtige Entwicklungen weiter voranzubringen. Bestehende Herausforderungen seien zwar spürbar, doch das starke Miteinander im Verein bilde eine verlässliche Grundlage, um diese erfolgreich zu bewältigen.

 

Mit Blick auf die kommenden Monate stehen wichtige Aufgaben an, insbesondere die Neuausrichtung der IT, mögliche neue Geschäftsräume sowie eine verstärkte Spendenakquise. Zudem darf sich der Verein auf sein 20-jähriges Jubiläum freuen, zu dem alle Anwesenden um Hilfe bei der Ideensammlung, wie dieses Fest gefeiert werden soll, gebeten wurden.

 

Zum Abschluss informierte Rolf Bohrer vom Verein Hilfe zum Leben über den aktuellen Stand des geplanten Inklusionsprojekts, das nun nicht mehr in Reisen, sondern auf der Juhöhe umgesetzt werden soll. Interessierte sind eingeladen, sich aktiv zu beteiligen.

 

 

Bild zur Meldung: Auf dem Bild sieht man zwei Mitglieder des alten Vorstands und den gesamten neuen Vorstand. Von links: Petra Thaidigsmann, Tatjana Pfeifer, Katja Krohn, Helmut Landerer, Alexandra Christmann, Simone Mayer, Simone Klein, Petra Doering, Christiane Freitag und Renate Wagener. Sie halten vor sich eine Beachflag mit dem Sonnenlogo des Vereins Wir DABEI! Es fehlt Milla Helbig. Petra Thaidigsmann und Helmut Landerer halten einen Blumenstrauß in der Hand.

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